Test: NAS-Server in Arbeitsgruppe
Dies soll kein ausführlicher Testbericht zu einem NAS-Server werden, sondern eher ein allgemeiner Überblick, wie man einen NAS-Server in einer kleinen Arbeitsgruppe verwenden kann.
Ich habe mich nach langer Recherche für den NAS-Server TS-209 Pro der Firma Qnap entschieden. Qnap scheint ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis zu haben und schnitt auch in etlichen Testberichten sehr gut ab. Doch beginnen mal ganz von vorne!
Als erstes möchte ich mal auf die aktuelle Situation eingehen. Wir haben ein Büro mit 3 Windows-Rechner, einen Drucker und einen Router, welcher per ADSL mit dem Internet verbunden ist. Die Computer sind untereinander vernetzt, der Drucker ist ein Netzwerkdrucker und ist ebenfalls mit dem Router verbunden. Als Email Programm kommt Outlook von Microsoft zum Einsatz, die meisten Programme werden mittlerweile aber online verwendet, sind also nicht lokal installiert, als Beispiel wäre hier Afterbuy zu nennen.
Wie man sicherlich erkennt, wäre ein professioneller Server für diese Arbeitsgruppe komplett unterfordert und viel zu kostspielig. Dennoch sollten alle Benutzer auf einen gemeinsamen Speicherplatz zugreifen können. Des weiteren sollte die Outlook Datendatei jedes einzelnen Rechners auf diesem gemeinsamen Speicherplatz liegen, um so ein Backup der wichtigsten Daten zu vereinfachen.
Sicherlich könnte man einen günstigen Computer zu einem kleinen Server umrüsten, ich will es aber so einfach wie möglich haben. Und genau hier begann ich mich über NAS-Server zu informieren, denn scheinbar kann ein NAS-Server einem genau diese Dinge abnehmen.
Also begann ich zu recherchieren. Ich entschied mich wegen des Preis-/Leistungsverhältnisses und der guten Bewertungen für den NAS-Server TS-201 Pro der Firma Qnap.
Die Bedienung
Im Prinzip super einfach. Die Festplatten (Serial ATA) sind kinderleicht eingebaut. Man montiert dazu die Festplatten mit je 4 Schrauben in je einem Laufwerkkäfig und schiebt diese dann in das NAS Gehäuse. Die Frontplatte des Gehäuses wird dann noch mit 4 Schrauben am Gehäuse festgemacht und das war es dann auch schon, was das handwerkliche Geschick anbelangt.
Nun beginnt man mit der Installation. Dazu hängt man den NAS-Server per Netzwerkkabel an den Router und legt die Installations-CD in den Computer. Das Installationsprogramm findet dann auch umgehend den NAS-Server und initialisiert die Festplatten im NAS-Server. Danach installiert sich automatisch die Firmware (hier am besten vorher im Internet nachschauen, ob eine neuere Firmware vorliegt). Und das war es dann auch schon. Der NAS-Server ist einsatzbereit.
Die Datensicherheit
Eigentlich der wichtigste Punkt für mich. Und daher entschied ich mich für einen NAS-Server der eine RAID1 Funktion besitzt. Eigentlich besitzt jeder NAS-Server ab 2 Festplatten eine RAID1 Funktion. Hier wird einfach der Inhalt von Festplatte 1 auf Festplatte 2 gespiegelt. Geht eine Festplatte kaputt, kann man diese im laufenden Betrieb herausnehmen und eine neue einsetzen. Der NAS-Server beginnt dann unmittelbar damit, den Inhalt wieder auf die neue Platte zu spiegeln. Das sorgt für eine gute Ausfallsicherheit.
Doch für mich ist noch ein weiterer Punkt wichtig. Und über diesen Punkt habe ich leider sehr wenig Infos gefunden. Es ist ja schön und gut, dass die Datensicherheit im NAS-Server sehr hoch ist, doch was mache ich, wenn nachts die Firma abbrennt oder ein Langfinger einbricht und alles mitgehen lässt?
Tja, dann wären die Daten weg, da bringt mir kein RAID die Daten wieder zurück. Daher ist eine weitere wichtige Funktion für mich, ein Backup auf ein externes Medium, z.B. eine externe USB Festplatte.
Und obwohl dies auf der Produktseite der TS-209 Pro nicht ausdrücklich erwähnt ist, besitzt die TS-209 nach einem Firmwareupdate diese Funktion. Ich bin ehrlich verwundert, das fast bei keinem NAS-Server auf solch eine Funktion hingewiesen wird, ich bin wohl der Einzige, der ein externes Backup für sehr notwendig erachtet?!?
Und die Funktion hat es eigentlich sogar noch in sich. Man kann zum einen festlegen, ob sofort ein Backup auf ein externes Medium gemacht wird, oder ein geplantes Backup, oder ein Backup sobald man eine USB-Festplatte mit dem NAS-Server verbindet.
Aber es kommt noch besser. Diese Backup Funktion beherrscht sogar ein synchronisieren, sprich es werden alle neue Dateien seit dem letzten Backup kopiert, bestehende ausgelassen und gelöschte auf dem Ziel ebenfalls gelöscht. Das garantiert ein zügiges Backup und man hat immer einen aktuellen Stand. Ich bin mit der Funktion sehr zufrieden und frage mich nochmals, warum so eine Funktion nirgends angepriesen wird.
Mein vorläufiges Fazit: Perfekt. Genau das habe ich gesucht. Ein einfach zu bedienender Server, mit sehr guter Datensicherheit. Für den Privatgebrauch besitzt die TS-201 natürlich noch andere tolle Dinge, u.a. ein Medienserver, ein Downloadserver (z.B. Torrentdownloads), FTP-Server, Web-Server, u.v.m. Auf diese Punkte bin ich jetzt nicht näher eingegangen, da ich sie im Büro nicht benötige und diese auf der Webseite von Qnap recht gut beschrieben werden.

Alex sagt:
Klasse Bericht. Haben bei uns im Büro nun auch seit einiger Zeit einen NAS Server stehen, tolle Sache, einfach zu administrieren und vor allem schön leise.
19.09.2008 um 14:53 Uhr
Tobi sagt:
Hi Alex! Stimmt, so ein NAS Server ist natürlich auch sehr leise, was vor allem dann wichtig ist, wenn der Server in einer Arbeitsgruppe gleich auf dem Schreibtisch platziert wurde.
20.09.2008 um 10:57 Uhr