CQ CQ Sonic ich bin auf QRV!

Mit diesen Worten begann im Jahre 1996 meine CB Funk Zeit. Mit dem Wort CQ startete man einen allgemeinen Aufruf und damit man wusste wer denn da den allgemeinen Aufruf startete, schob man noch seinen CB Funkernamen hinzu und meiner war zur damaligen Zeit Sonic. Mit QRV gab man an, dass man auf Sende- und Empfangsbereitschaft ist.

cbfunk

Aus heutiger Sicht muss man natürlich ein klein wenig schmunzeln, denn dank Handy und Internet sind wir eigentlich in der Lage, zu jeder Zeit mit jeder Person an jedem Ort der Welt Kontakt aufzunehmen. Die Preise für Internet und Handy sind mittlerweile dank Flatrate richtig attraktiv.

Doch damals Mitte der 1990er Jahre hatten zwar die meisten schon einen Computer, doch Internetanschlüsse und auch Handys waren zu dieser Zeit noch eine sehr kostspielige Sache. Damals war ich gerade 15 und Geld war eher noch rar gesät. Wie blieb man also mit dem Freundeskreis in Kontakt, wenn man sich gerade mal nicht in der Schule sah oder Mittags zum Videospiele zocken?

Die Antwort war CB Funk. Ein CB Funkgerät war recht erschwinglich. Ein Set beinhaltete das CB Funkgerät, samt Mikrofon und Magnetantenne. Es gab natürlich auch richtige Heimstationen, diese waren aber teuerer, also griff ich damals zu einem KFZ System, ähnlich dem abgebildeten Gerät von Albrecht. Man brauchte nun lediglich noch ein Netzteil, welche die 230V Spannung in KFZ übliche 12V Spannung umwandelte.

Und dann ging es los. Die Magnetantenne klemmte ich einfach an den Heizkörper in meinem Zimmer, was einen recht guten Empfang und auch eine recht gute Sendeleistung bescherte. Die Reichweite eines CB Funkgerätes liegt übrigens bei ca. 10 bis 30 km. Das CB Funkgerät selbst stand direkt neben meinem Sofa auf einem kleinen Beistelltisch. Schnell noch ein paar typische CB Funkbegriffe einstudiert und schon ging es los.

Ich hatte damals ein CB Funkgerät, welches auf 40 Kanälen funken konnte. Manche Kanäle waren für spezielle Aufrufe reserviert. So nutzte man zum Beispiel Kanal 1 als allgemeinen Aufrufkanal. Hatte man sich dann getroffen, switchte man zu einem freien Kanal. Sinnvoll war es, wenn einer kurz abcheckte, welcher Kanal noch frei war, dann wieder zu Kanal 1 zurückkehrte und dies der wartenden Meute mitteilte. Kanal 9 war übrigens für Notrufe reserviert (weltweit).

Beim Funken üblich, kann natürlich immer nur einer sprechen. Und so wechselte das Gespräch immer von einer zur nächsten Person. Und so wurde dann stundenlang gefunkt. Zur damaligen Zeit war auch noch recht viel los. So konnte man schnell auch mal auf anderen Kanälen einem Gesprächen lauschen, oder sich daran beteiligen.

Wie ich Anfangs schon erwähnte, gibt es im CB Funk bestimmte Kürzel, ähnlich wie wir heute auch beim Chatten nutzen. Hier ein paar Wörter die ich damals oft nutzte:

  • QRT -> Beendigung des Funkverkehrs
  • QRV -> Sende- und Empfangsbereitschaft
  • QRZ -> Anruf einer bestimmten Person
  • 2 m machen -> schlafen, ins Bett gehen

So begann ich also einen typischen Aufruf, nach dem Muster: “CQ CQ Sonic ich bin auf QRV!”. Es gibt noch viele weitere Kürzel, so z.B. Kojak mit Kodak, das war dann Polizei mit Blitzer, was aber eher im Strassenverkehr interessant war. Weitere Kürzel findet man auf dieser Liste bei Wikipedia!

Ich gebe zu, mir fehlt der CB Funk. Klar, dank Internet und Handy ist man ständig erreichbar und auch fast immer online, aber es war schon eine tolle Zeit damals und ich habe richtig gerne gefunkt. Es hat eben seinen ganz eigenen Charme.

Ob heute noch viel los ist im CB Funk, bezweifle ich eher. Sicherlich nutzen die Trucker immer noch CB Funk. Aber dank Handy und Co. wird es wohl immer mehr in Vergessenheit geraten, der gute alte CB Funk…

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  1. Hallo Tobi,

    CB-Funk gibts immer noch. Inzwischen mit 80 (achtzig) Kanälen, bis zu 4 Watt Sendeleistung und den Übertragungsverfahren FM, AM und sogar SSB (AM und SSB nur Kanal 1..40)

    Falls Dein Vermieter Dir keine Antenne genehmigen will, kannst Du inzwischen sogar via Internet (PC mit Sound-Karte und Headset) in den CB-Funk einsteigen. Es gibt auch Datenfunk (Packet-Radio), aber da sind die Möglichkeiten etwas reduziert, weil maximal 1200 bps über die Funkstrecke zu schaffen sind.

    73 & 55

    Henning Gajek
    Pressesprecher
    Deutsche CB-Organisation (DCBO)

    31.07.2009 um 17:26 Uhr

  2. Tobi sagt:

    Hallo Henning,

    vielen Dank für dein Kommentar. Das hört sich ja schon interessant an, na mal sehen, vielleicht heißt es ja bald mal wieder “CQ CQ Sonic”.

    Viele Grüsse
    Tobi

    01.08.2009 um 23:22 Uhr

  3. DJD880 sagt:

    Klasse Blog zum Thema, so fing es bei vielen an, meine erste war eine Team Memory 5002. Und ne 6m anetenne die ich nicht aufstellen durfte irschende was mit GP oder soo, da hat ich mir dann ne Boomerang an meinen Balkon genagelt danach ne 6m Glasfieber so ne weise seitlich am Balkon, SWR war naja reden wir nicht drüber 1:1,8 war der beste wert. Ich hatte dann ne alte Kaiser bekommen 9015/40 total im eimer. Konnte sie aber wieder aufbauen das war meine erste Heimstation mit Sadelta Mic. PR hab ich auch gemacht, gegen 1998/99 wars dann entgüldig vorbei.

    Nun schreiben wie das Jahr 2009 und ich habe wieder CB Funk, es ist wieder eine Kaiser und ne President Jackson Export Version I. PR mach ich auch wieder. Es gibt auch noch Ortsgruppen, hier in Leipzig bin ich seit ein paar Tagen auf der 35 von 17:30 bis 20Uhr unter Cäsar 02 fast täglich. Sonnst Anrufkanal 1 .

    Besuche mal meinen Blog da Poste ich immer mal was neues.

    07.08.2009 um 00:42 Uhr

  4. Tobi sagt:

    Hi DJD880,

    danke für deinen Kommentar. Mir juckt es ja schon auch in den Fingern, mal wieder in den CB Funk rein zu lauschen. Mal sehen…

    07.08.2009 um 10:18 Uhr

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